-
Für unsere Selbstversorger-Landwirtschaft stehen uns 3 Hektar Wiesland (wovon 1 Hektar den Garten, Obstbäume, Beerensträucher und Pilzkulturen umfasst) und 3 Hektar Wald zur Verfügung. Wir möchten mit unserer Arbeit die grundlegenden Bedürfnisse unseres Alltags so weit wie möglich selbst decken. Aus diesem Boden gewinnen wir etwa 30 Prozent unserer Lebensmittel und 60 Prozent unserer Energie.
-
Der Gemüsegarten hat sich zum Herzstück unserer Selbstversorgung entwickelt. Von ihm können wir unseren Bedarf an Gemüse, sei es durch frisches oder konserviertes, fast das ganze Jahr über decken. Die Nährstoffe sammeln wir auf den extensiv genutzten Flächen welche via Ziegen und/oder über den Kompost im Garten landen. Zusammen mit einer guten Bodenstruktur und einem lebendigen Bodenleben wird so für eine gute Fruchtbarkeit gesorgt. Durch das ständige Bedecken des Bodens mit Mulch, Kulturen oder Gründüngungen vermeiden wir grösstenteils das Umgraben und ersparen uns und den Lebewesen im Boden somit viel Arbeit.
-
Nicht weniger wichtig als der Gemüsegarten ist unser Kräutergarten, von welchem wir mit viel Liebe verschiedene Produkte für unseren Shop herstellen, von Tees über Salben, Öle, Kräutersalze und vielem mehr. Neu kultivieren wir auch das in Vergessenheit geratene Chörblichrut, die im Emmental traditionell genutzte Heilpflanze, auch Süssdolde genannt, und sind gespannt auf die erste Ernte.
-
In unserer Lage ist eine gute Obst- und Beerenernte nicht immer garantiert. Das Klima kann sehr harsch sein und wir müssen jedes Jahr mit sehr späten Frösten rechnen. Auch der karge, nicht tiefgründige Boden trägt sein Weiteres dazu bei. Trotzdem können wir uns an vielen verschiedenen Leckereien erfreuen, indem wir auf eine grosse Vielfalt an Arten und Sorten setzen sowie einen Grossteil unseres Obstkonsums durch wilde und alte Sorten decken.
-
Die 3 Hektar Wiesen und Weiden auf dem Balmeggberg sind steil und entsprechend anspruchsvoll zu bewirtschaften.
Tiere sind für uns deshalb ein wichtiger Bestandteil – insbesondere die Weidetiere, welche uns helfen, die Flächen zu bewirtschaften und das wachsende Gras mit wenig Aufwand zu ernten und für uns nutzbar zu machen. Dafür halten wir Ziegen, welche wir zeitweise melken, und im Herbst werden die Gitzis geschlachtet.
Neben den Ziegen haben wir noch eine Gruppe Erpel, welche unseren Garten zumindest in der Theorie schneckenfrei halten sollte. Natürlich tun sie ihr Bestes. Schnecken gibt’s aber immer noch.
-
Eine Schlüsselrolle auf dem Berg kommt der Kompostherstellung zu. Die Nährstoffe sollen im Kreislauf auf dem Grundstück gehalten werden, damit ein optimales Wachstum auf den intensiv genutzten sowie auch auf den extensiven Flächen langfristig aufrechterhalten werden kann.
Mit einer simplen Herangehensweise und dem Beifügen von Pflanzenkohle stellen wir sicher, dass wir eine ausreichende Menge an Kompost von angemessener Qualität zur Verfügung haben.
-
Die Nutzung von Laubbäumen als Futterquelle für Nutztiere und teilweise auch für die menschliche Ernährung war im Emmental für Jahrhunderte überlebenswichtig. Vor rund 100 Jahren wurde sie aber aufgegeben. In unserer kleinbäuerlichen Landwirtschaft nutzen wir diese Biomassequelle wieder, und unsere Ziegen finden das super! Schnitt für Schnitt erziehen wir die Bäume, sodass sie einfach zu beernten sind, und auch die Laube hat wieder zu ihrer namensgebenden Funktion gefunden. In einem Kurs im Juni geben wir das Wissen über Nutzung, Pflege und Geschichte der Schneitelbäume weiter.
-
Unsere Pflanzenkläranlage reinigt sämtliche häuslichen Abwässer. Im ehemaligen Güllenkasten ist der Vorfilter installiert, der durch eine Schicht Holzschnitzel die Feststoffe aus dem Abwasser filtert. In zwei Klärbeeten verarbeiten natürlich vorkommende Bakterien die Nährstoffe, die vom Schilf wieder in nutzbare Biomasse eingebaut werden. Untersuchungen des Kantonalen Amts für Gewässerschutz haben gezeigt, dass die Wasserqualität nach dem Verlassen der Anlage einwandfrei ist und ins nächste Oberflächengewässer geleitet werden kann.
-
In unserem Komposttoiletten-System werden die menschlichen Ausscheidungen mit Sägemehl, Laub oder Tannennadeln gemischt und auf einem separaten Komposthaufen zusammen mit den Feststoffen aus der Pflanzenkläranlage für zwei Jahre kompostiert. Dann wird das Substrat als Dünger unter Obstbäumen und Beerensträuchern verwendet. So verbleiben die Nährstoffe aus der menschlichen Verdauung im ökologischen Kreislauf und kommen trotzdem nicht in direkten Kontakt mit Lebensmitteln. Um die Anlage technisch möglichst einfach zu halten, haben wir bisher auf eine Urintrennung verzichtet. Durch eine Lüftung versuchen wir, den manchmal strengen Ammoniakgeruch wegzuleiten.
-
Auf dem Balmeggberg möchten wir unseren Lebensstil so weit wie möglich auf die eigenen lokal vorhandenen Ressourcen abstützen und anpassen. Dabei geht es nicht nur um Strom, Wärme und Treibstoffe, sondern auch um Nahrung für Mensch und Tier und den Stickstoff fürs Pflanzenwachstum. Weniger zu verbrauchen ist dabei fast noch wichtiger als mehr zu produzieren. Als Energiequellen nutzen wir die Sonne, das viele Holz aus dem Wald und die übrige Biomasse in unserer Landschaft. Wir schliessen Kreisläufe, üben uns in Sparsamkeit, wo nötig, und in Suffizienz. Beim Thema Energie ist auch die persönliche, menschliche Energiebilanz ein wichtiges Thema. Wir versuchen, ökonomischem Druck auszuweichen, die Fülle zu feiern, eigene Wellnessmöglichkeiten zu nutzen und den Winter als Zeit der Ruhe oder für Horizonterweiterungen zu nutzen.
-
Pilze sind seit Jahren ein fester Bestandteil unserer Selbstversorgung auf dem Balmeggberg. Wir bauen die Speisepilze Austernseitling, Lungenseitling, Limonenseitling, Stockschwämmchen, Nameko,
Samtfussrübling, Shiitake und den Medizinalpilz Reishi an. Die Ernte wird gleich gegessen, eingefroren, getrocknet oder eingemacht. Weil unsere Kulturpilze direkt auf naturbelassenem Holz wachsen, ist die Freilandkultur wie wir sie praktizieren sehr ressourcenschonend und stellt eine interessante Kultur, die nur wenig Ressourcen braucht. Zudem gehen wir natürlich auch sehr gern in der Umgebung Pilze sammeln.
Unsere Erfahrung mit dem Anbau von Pilzen geben wir in einem Pilzkurs weiter. Den Pilzkurs gibts auch online. Jedes Jahr produzieren wir in einer Impfaktion im April rund 500 Pilzrugel. Du kannst die Rugel in unserem Shop kaufen und auch gerne an der Impfaktion mitmachen.